Ein geplündertes Dorf, eine Familie auf der Flucht und zwei Kinder, die sich auf den Straßen des Exils verirrt haben...
Kyona und Adriel versuchen, ihren Verfolgern zu entkommen und in ein Land mit einem milderen Regime zu gelangen. Auf ihrer Initiationsreise von der Kindheit bis zum Teenager-Alter müssen sie zahlreiche fantastische und reale Prüfungen bestehen, um ihr Ziel zu erreichen.
Florence Miailhe hat die Bilder für ihren Film „Die Odyssee“ mit Ölfarben auf Glas gemalt, aufgenommen und animiert – der weltweit erste Langfilm dieser Art. Die Technik ergänzt die Geschichte kongenial: Die Geschichte entsteht erst durch die gemalten und bewegten Bilder.
"Die Flucht in 'Die Odyssee' bezieht sich nicht auf konkrete Kriege oder reale Orte, sondern ist als allgemeingültig zu verstehen. Kyona und Adriel reisen von einem fiktiven Ort zum nächsten, diese stehen stellvertretend für andere Orte und Zeiten. Das ist ein Aspekt, der den Film so besonders macht: Er kann paradigmatisch für jede Fluchtgeschichte stehen und verstanden werden.
Neben der Aufhebung von Ort und Zeit sind weitere Märchenelemente im Film verwoben: Eine 'alte Hexe' im Wald oder ein Wanderzirkus, in dem die beiden Geschwister zwischenzeitlich unterkommen, unterstützen das Märchenhafte der Erzählung. Überhaupt ist der Film sehr poetisch: Im Großen wie in kleinen Details, wenn Tränen zu Eiskugeln werden oder die roten Blätter sich mit der Stimmung der Kinder bewegen.
Am ausdrucksstärksten allerdings sind die Zeichnungen selbst: Die wenigen groben Linien, die es schaffen, den Gesichtern Ausdruck zu verleihen, die Farbverteilung und die kunstvolle Dramaturgie der Bildebenen. Die Gesichter der Figuren sind meist in Schwarz-weiß gehalten: Dicke schwarze Linien und weiße Haut. Die Kleidung dagegen ist knallig eingefärbt, ebenso wie die Umgebung der Figuren, die Requisiten, Handlungsorte und Hintergründe. Dabei sind die Hintergründe meist durch dunklere Farben gekennzeichnet und düster, während die Bildelemente im Vordergrund eher klare Farben aufweisen und zusammen ein munteres Bunt ergeben, welches das Dunkel des Hintergrunds mal dominiert, mal aufhebt und mal davon erdrückt wird. Aus dieser Spannung entsteht ein großartiger kunstvoller Film, den man sich gut mehr als einmal ansehen kann." (Verena Schmoeller, auf: film-zeit.de)
Ein geplündertes Dorf, eine Familie auf der Flucht und zwei Kinder, die sich auf den Straßen des Exils verirrt haben...
Kyona und Adriel versuchen, ihren Verfolgern zu entkommen und in ein Land mit einem milderen Regime zu gelangen. Auf ihrer Initiationsreise von der Kindheit bis zum Teenager-Alter müssen sie zahlreiche fantastische und reale Prüfungen bestehen, um ihr Ziel zu erreichen.
Florence Miailhe hat die Bilder für ihren Film „Die Odyssee“ mit Ölfarben auf Glas gemalt, aufgenommen und animiert – der weltweit erste Langfilm dieser Art. Die Technik ergänzt die Geschichte kongenial: Die Geschichte entsteht erst durch die gemalten und bewegten Bilder.
"Die Flucht in 'Die Odyssee' bezieht sich nicht auf konkrete Kriege oder reale Orte, sondern ist als allgemeingültig zu verstehen. Kyona und Adriel reisen von einem fiktiven Ort zum nächsten, diese stehen stellvertretend für andere Orte und Zeiten. Das ist ein Aspekt, der den Film so besonders macht: Er kann paradigmatisch für jede Fluchtgeschichte stehen und verstanden werden.
Neben der Aufhebung von Ort und Zeit sind weitere Märchenelemente im Film verwoben: Eine 'alte Hexe' im Wald oder ein Wanderzirkus, in dem die beiden Geschwister zwischenzeitlich unterkommen, unterstützen das Märchenhafte der Erzählung. Überhaupt ist der Film sehr poetisch: Im Großen wie in kleinen Details, wenn Tränen zu Eiskugeln werden oder die roten Blätter sich mit der Stimmung der Kinder bewegen.
Am ausdrucksstärksten allerdings sind die Zeichnungen selbst: Die wenigen groben Linien, die es schaffen, den Gesichtern Ausdruck zu verleihen, die Farbverteilung und die kunstvolle Dramaturgie der Bildebenen. Die Gesichter der Figuren sind meist in Schwarz-weiß gehalten: Dicke schwarze Linien und weiße Haut. Die Kleidung dagegen ist knallig eingefärbt, ebenso wie die Umgebung der Figuren, die Requisiten, Handlungsorte und Hintergründe. Dabei sind die Hintergründe meist durch dunklere Farben gekennzeichnet und düster, während die Bildelemente im Vordergrund eher klare Farben aufweisen und zusammen ein munteres Bunt ergeben, welches das Dunkel des Hintergrunds mal dominiert, mal aufhebt und mal davon erdrückt wird. Aus dieser Spannung entsteht ein großartiger kunstvoller Film, den man sich gut mehr als einmal ansehen kann." (Verena Schmoeller, auf: film-zeit.de)